Jakob Luksch hat nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann ein Studium in Wirtschaftsingenieurwesen absolviert und war über 15 Jahre als Manager in der Automobilindustrie tätig, wo er in die rasante Entwicklung neuer Technologien und künftiger Mobilitätsmodelle Einblick hatte und auch mitgestalten konnte. In diesem Arbeitsprozess sei vor allem spannend zu sehen gewesen, wie Visionen umgesetzt und schliesslich in einer wirtschaftlich realisierbaren Form im Alltag Einzug fanden.
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Ein Gespräch mit Jakob Luksch, seit Januar 2018 CEO der myStromer AG

«Stromer will den Kunden das beste Pendler-E-Bike auf dem Markt anbieten.»

Die urbane Mobilität müsse sich den immer schneller wachsenden Ballungszentren anpassen, sie müsse intelligent vernetzt und in klar definierte Strukturen geordnet werden. Die radikalsten Veränderungen und Einschränkungen erfahre dabei der klassische Individualverkehr, während die Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs durch intelligente Streckenführung und attaktivere Angebote ausgebaut würde. In diesem Entwicklungsprozess erhielte der individuelle Nahverkehr eine sehr viel grössere Bedeutung, was eine attraktive Planung der Strassen- und Wegführung miteinschliesse. Hier habe das E-Bike ein enormes Marktpotenzial und würde im urbanen Raum zum festen Bestandteil des gesamten Systems.

Der E-Bike-Markt habe ein immenses Wachstumspotenzial. In diesem Markt besetze der Brand Stromer eine Premium-Position. Daran werde man auch in Zukunft festhalten und man würde das individuelle Modellangebot für die verschiedenen Kundenbedürfnisse noch weiter ausbauen, von sehr preisgünstigen Modellen bis hin zu den luxuriösen Ausstattungsvarianten. Über das gesamte Sortiment werde man punkto Technologie, Design, Qualität und Ausstattungsmerkmalen das beste Produkt mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis auf dem Markt haben.


Vorreiterrolle in der digitalen Konnektivität

Mit OMNI, einer Cloud-basierten Platform, biete Stromer eine weltweit einmalige Konnektivität über das Smartphone. Diese Konnektivität werde ständig weiterentwickelt und ausgebaut. Das System solle künftig auch neue Fuktionen übernehmen und beispielsweise aktiv mit anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren oder der Navigation dienen. Denkbar seien zum Beispiel sicherheitsrelevante akustische oder visuelle Automatismen zu einer Kollisionsvermeidung oder etwa eine vibrationsgesteuerte Navigation. Mit letzterer würde man nicht über das Display an den gewünschten Zielort gelotst, sondern über Vibrationen am Lenker, die signalisieren, wann links oder rechts abgebogen werden müsse. Zudem werde OMNI auch für ein Flottenmanagement eines Unternehmens oder für das free floating E-Bike Sharing – wie es in Zürich bereits funktioniere – fortlaufend optimiert.

Die Entwicklungsabteilung und die Montagelinie des Topmedells ST5 befinden sich im Stromer Campus in Oberwangen unter einem Dach. Die kurzen Kommunikationswege und der direkte Dialog ermöglichen im Arbeitsprozess einen ständigen und schnellen Know-how-Transfer zur Optimierung selbst kleinster Produktionsdetails. Resultat ist ein Spitzenprodukt der Extraklasse.

Optimierung vernetzter Denk- und Arbeitsprozesse

Je enger Mitarbeiter der verschiedensten Arbeitsbereiche zusammen kommunizieren, je besser würden sie einen gesamten Arbeitsprozess kennen und verstehen – von der Entwicklung über Technik, Aufwand und Kosten, bis hin zum fertigen Produkt. Im Stromer Campus übernehme man künftig auch bei diesem Thema eine Vorreiterrolle. So würden bereits heute für alle Modelle das Design sowie Soft- und Hardware in Oberwangen entwickelt. Die Produktion und Montage unter dem gleichen Dach ermögliche schliesslich den optimalen Ablauf aller Arbeitsprozesse.

 
«In allen von uns steckt ein Erfindergeist, den gilt es zu fördern.»

Das Schlimmste, was ein Unternehmen machen könne, sei stures Festhalten an fix festgeschriebenen Vorgehensweisen. Ein Betrieb würde zwar auch so funktionieren, aber er würde in der Zeit stehen bleiben und seine Produkte würden rasch nicht mehr wettbewerbsfähig sein. Man müsse den Ehrgeiz haben, das eigene Tun immer wieder zu überdenken und den Mut aufbringen, neue Wege einzuschlagen. Nur so sei die Möglichkeit gegeben, Neues entstehen zu lassen. Bei Stromer funktioniere man deshalb mit flachen Hierarchien, die den Mitarbeitern den notwendigen Freiraum zum Mitdenken gäben. So gelinge es, neue Technologien und ebenso gesellschaftliche und politische Veränderungen frühzeitiger zu erkennen und schneller zu agieren.


Neue Technologien werden das E-Bike revolutionieren  

Heute würden noch viele Ideen von der beschränkten Leistung der Lithium-Ionen-Akkus ausgebremst. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten an Feststoffbatterien seien jedoch schon weit vorangetrieben worden und man rechne mit einer Marktreife bis Anfang des nächsten Jahrzehnts. Feststoffbatterien würden ziemlich alles revolutionieren. Das feste Leitmedium zwischen Plus- und Minuspol bedürfe keiner zusätzlichen Kühlung mehr, der Akku hätte eine höhere Energiedichte, man könne also mehr Strom in das gleiche Volumen "pressen" als bei den heute herkömmlichen Batterien mit Flüssigkeit. Das eröffne viele neue Möglichkeiten. Die Akkus würden kompakter, um ein Vielfaches leistungsfähiger, man könne sie innert Minuten neu aufladen, und sie würden sicherer, weil sie nicht mehr brennbar wären. Das Plus an Leistung liesse sich Reichweite umsetzen oder als Energiequelle für völlig neue Technologien. Damit würden heute noch unvorstellbare Features plötzlich realisierbar. Denkbar wäre beispielsweise, mit der zusätzlich vorhandenen Energie und dem Know-how aus der Formel 1-Aerodynamik, einen Luftstrom zu aktivieren, bei dem ein E-Bike-Fahrer im Regen trocken bliebe – heute noch eine irre Vorstellung, künftig aber machbar.   

Der ST1 X wurde exakt auf die Bedürfnisse des täglichen Pendlerverkehrs hin ausgestattet und eröffnet eine ganz eigene Kategorie im mittleren Preissegment. Der ST1 X verfügt über die gleiche Technologie und das Design des ST2 sowie über die weltweit exklusive Konnektivität via Smartphone: GPS-Lokalisierung, Diebstahlschutz, Sperren- und Entsperren, Batterie-Ladestand, individuelle Fahreinstellungen. Der ST1 X ist mit seinem unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis das wohl smarteste Angebot auf dem Markt.

«Die Voraussetzung für den Erfolg eines guten Produktes ist eine finanziell gesunde Unternehmensbasis.»

Ein Unternehmen könne nur erfolgreich sein, wenn die dafür notwendigen Resourcen vorhanden seien, eine finanziell gesunde Basis sei unabdingbar. Denn nur damit liesse sich eine entsprechende Infrastruktur aufbauen und gute Mitarbeiter engagieren, die ein erstklassiges Produkt auf den Markt zu bringen vermögen. Als Unternehmen reiche es nicht mehr, gut zu sein, man müsse besser und schneller sein als die Mitbewerber.  

Allein die radikalen Veränderungen in der urbanen Mobilität würden nach einem hohen Tempo unternehmerischer Kapazitäten verlangen. Eine weitere Problematik seien die uneinheitlichen Bedingungen und -Vorschriften in den  Absatzmärkten. In Deutschland würden darum nur 1% aller E-Bike-Kunden ein S-Pedelec fahren, während sich 99% mit einem Pedelec (bis 25 km/h) begnügten. In der Schweiz gelten andere Vorschriften, hier entscheiden sich darum 20% aller E-Bike-Fahrer ein S-Pdelec. Das würde eine baugleiche Produktion in grosser Stückzahl verhindern und das Produkt teurer machen. Oder in Belgien: Ab sofort dürften dort alle Pendler die Fahrkosten nicht nur für das Auto von den Steuern abziehen, sondern auch für ein E-Bike. Da öffne sich von heute auf morgen ein Markt, den man so schnell gar nie bedienen könne... in einer ähnlichen Situation sähe man sich derzeit in den USA: in New York seien die bis anhin verboteten E-Bikes plötzlich erlaubt!

Es sei nun seine Aufgabe, die Marke Stromer auf diesem anspruchsvollen Markt in eine erfolgreiche Zukunft zu fahren. Eine grosse Herausforderung, auf die er sich sehr freue!

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