In Saint-Louise auf der zu Frankreich gehörenden Insel La Réunion im Indischen Ozean kam Guillaume Hoarau am 5. März 1984 zur Welt. Seine Vorbilder waren Ronaldo und Zidane, bei JS Saint-Pierroise wurde er schliesslich von Clubs aus Frankreich entdeckt, mit 19 kam er nach Le Havre, schaffte es schliesslich zu Paris St-Germain (166 Spiele, 56 Tore). 2014 unterschrieb er bei YB und hat einen Vertrag bis 2020. 2016 wurde Guillaume zum beliebtesten Super-League-Spieler gekürt.
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Interview mit Guillaume Hoarau, Stürmer bei den Young Boys in Bern, Musiker & Sänger mit eigener Band, Vater eines 9jährigen Sohns... und Stromer Fahrer

Guillaume Hoarau, Tore und Musik sind seine Welt – und zwischendurch eine Fahrt auf dem Stromer

Guillaume Hoarau, Sie sind sind seit Ihrer Jugend leidenschaftlicher Fussballspieler und haben es von Ihrer Heimat aus, der zu Frankreich gehörenden Insel La Réunion, vom dortigen Club JS Saint-Pierroise in die internationale Fussballszene geschafft. Man liebt Sie für Ihre vielen Tore und als fairen Teamplayer. Man liebt Sie aber auch als Musiker, als Gitarristen und Sänger... und was Ihnen besonders lieb ist, ist Ihr Sohn, ein guter Vater zu sein, ist Ihnen wichtig... und schliesslich sind Sie zwischendurch auch auf dem E-Bike unterwegs, Sie fahren einen Stromer.

Frage: Als E-Bike-Fahrer geht alles ein bisschen leichter, vor allem, wenn es bergauf geht. Das ist ja nicht nur in Bern vielerorts so, auch in Ihrer Heimat, auf La Réunion, da ist der höchste Berg der Insel, der Piton de la Fournaise, stolze 2'632 m hoch. Könnten Sie sich vorstellen – und würde es Ihnen Spass machen –, mit dem Stromer La Réunion dem Meer entlang zu umrunden und vielleicht die Insel auch zu durchqueren?


Guillaume Hoarau: Das ist genau das, woran ich dachte und was ich mir sagte, als ich das Bike gekauft habe: Sofort mit dem Stromer eine Runde um die Insel drehen. Also, ja, aber davor muss ich das Bike nach La Réunion schicken. Momentan benutze ich es in Bern.

Guillaumes zweite Leidenschaft ist die Musik. Er singt und spielt Gitarre. Bob Marley fasziniert und inspiriert ihn, das Konterfei der jamaikanischen Reggae-Legende hat er sich auf den rechten Unterschenkel tätowieren lassen. In Bern hat Hoarau seine eigene Band, die Guillaume and Friends.

Frage: Sie singen gerne und wir hören von Ihren Freunden und Fans, dass Sie auch sehr gut singen... singen Sie auch, wenn Sie auf Ihrem Stromer fahren?

Guillaume Hoarau: Ich singe die ganze Zeit. Und auf dem Bike, das ist das Gute daran, ist man die ganze Zeit in der Natur, man fühlt sich mit ihr verbunden. Für die Inspiration ist das richtig gut. Manchmal kreiere ich kleine Melodien, kleine „Na-na-na“s, um auf Ideen zu kommen. Klar, ich singe die ganze Zeit. Auch zu Fuss. Und auf dem Bike. Und es stimmt schon, wenn man bei schönem Wetter auf dem Bike unterwegs ist, dann ist es doch ganz natürlich, wenn man singt.

Frage: Sagen Sie uns doch bitte, wo Sie in Bern mit dem Stromer am liebsten unterwegs sind...

Guillaume Hoarau: Im Augenblick haben wir kein gutes Wetter, trotzdem bin ich aber eine kleine Runde ums Haus gefahren, um Riedbach herum und im Wald. Aber ich war noch nicht sehr weit.

Frage: Beim Stromer funktioniert das Zusammenspiel von Energie und abrufbarer Kraftentfaltung sozusagen auf Knopfdruck, respektive mit der Tretfrequenz. Wie ist das bei Ihnen im Sport? Da ist einerseits körperliche Fitness gefragt, anderseits aber auch mentale Stärke... wie rufen Sie Ihre Leistung auf dem Platz ab... wie für einen Spurt als Stürmer?... und wie bei der Vorbereitung zu einem Elfmeterschiessen?

Guillaume Hoarau: Wir sind Profis, daher habe ich mir immer gesagt, der Körper ist ein bisschen wie ein Formel-1-Wagen. Er muss jederzeit spitze sein. Und das Mentale ist das Wichtigste, um wirklich leistungsstark in diesem Metier zu sein. Denn das Vertrauen in sich selbst ist enorm wichtig. Dafür muss man sich vorbereiten, man muss dem Druck standhalten. Man muss mit weniger guten Momente umgehen können und in guten Momenten alles richtig machen. Als Stürmer aufs Tor schiessen, einen Pass sauber weitergeben oder abnehmen, das sind Bewegungsabläufe, an denen man im Trainig die ganze Zeit hart arbeitet. Im Match hat es dann ein bisschen mehr Druck drumherum. Ich versuche also, meinen Kopf frei zu bekommen, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren und an nichts anderes zu denken. Na ja, ich bin ein Stürmer. Da steht man wirklich unter Druck, besonders dann, wenn man einen Elfmeter zu schiessen hat.  

Frage:
Wer mit Energie gut haushaltet, hält länger durch. Das ist auch mit dem Akku eines E-Bikes so. Und das gilt genauso für den Sportler. Ein Profifussballer läuft während eines Spiels im Durchschnitt 10 bis 11 km, beschleunigt 40 bis 60 Mal, ändert die Laufrichtung alle 5 Sekunden... wie managen Sie Ihren Energiehaushalt?

Guillaume Hoarau: Wir haben Physiotherapeuten, die uns vorbereiten, und auch Performance Drinks und Regenerationsdrinks. Das was Sie erwähnen, das sind Statistiken. Wir Spieler zählen nicht, wie oft wir sprinten. Wir machen das, weil es unser Job ist, weil es uns Spass macht. Ich glaube daher, dass die Tatsache, dass wir lieben, was wir tun, uns uns zu Höchstleistungen motiviert und auch schneller regenerieren lässt. Demnach managen wir da nichts, als Profi-Fussballer kann man das nicht selbst managen. Dafür haben wir einen medizinischen Stab, der uns auf den Match vorbereitet und danach während der Regeneration begleitet. Ich denke, vieles ist auch Gewohnheit.

Frage: ...eine letzte Frage noch: Wenn Sie mit Ihrem Sohn eine Velotour machen würden... wohin würden Sie mit ihm am liebsten fahren?

Guillaume Hoarau: Wenn ich die Wahl hätte, würde ich mit meinem Sohn die Route 66 mit dem Stromer fahren... Genau!

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